Wirtschaft und Finanzen

Schon seit Jahren befindet sich der Einzelhandel in einem enormen und dauerhaften Umbruch. Der boomende Online-Handel aber auch der demografische Wandel sorgen dafür, dass immer
mehr inhabergeführte Geschäfte wegbrechen. Steigende Leerstände, ein monotones Geschäftsbild und leere Innenstädte sind die Folgen – nicht nur in Papenburg. Viele Menschen unserer Stadt sind daher sehr unzufrieden mit den Einkaufsmöglichkeiten. Da davon auszugehen ist, dass der Online-Handel perspektivisch eher noch stärker werden wird, ist es enorm wichtig, frühzeitig den Dialog mit den Kaufleuten zu suchen. Durch einen engen Austausch mit Politik und Verwaltung sollen gemeinsam Ideen erarbeiten, wie wir den Menschen in unserer Stadt ein gutes Einkaufserlebnis bieten können. Hierbei darf es keine Denkverbote geben. So möchten wir die Lokalen dabei unterstützen, neben dem stationieren Handel auch ein Online-Angebot zu schaffen.

Neue Konzepte am Hauptkanal

Wir müssen dringend daran arbeiten, die weichen Standortfaktoren, also die Attraktivität unserer Stadt für potenzielle Einzelhändler, zu verbessern. Hierdurch und durch die Schaffung besonderer Anreize, wie die Förderung von sogenannten „Pop-Up-Stores“, soll Papenburgs Shopping-Szene nicht nur optimiert, sondern auch nachhaltig gefördert werden. Besonders am Hauptkanal wollen wir auf alternative Konzepte setzen. Die Menschen unserer Stadt sollen die Möglichkeiten haben, sich aktiv miteinzubringen, um wieder für eine schöne „Shopping-Meile“ zu gestalten.

Ein Leitbild für die Wirtschaft

Die Verwaltung der Stadt Papenburg soll wieder verstärkt mit der hiesigen Wirtschaft, vor allem aber mit den kleinen und mittleren Unternehmen den Dialog suchen. Als Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Arbeitnehmer und Arbeitgebern möchten wir ein Leitbild, gemeinsam mit allen Beteiligten, entwickeln. Dieses soll der Ausgangspunkt für Gespräche zur Förderung von weichen und harten Standortfaktoren, zum Aufbau einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Wirtschaft, zur Einbindung von Bildungseinrichtungen und Kommunikation zwischen den Beteiligten sein.

Zweitwohnsitzsteuer

Wir möchten eine Zweitwohnsitzsteuer einführen. Doch was genau bedeutet dies überhaupt? Für jeden Einwohner, welcher mit einem Erstwohnsitz in einer Gemeinde gemeldet ist, erhält die Kommune einen Steuerausgleich vom Bund, nimmt also Geld ein. Diesen Finanzausgleich gibt es aber nur für die Personen, die mit Hauptwohnsitz in der jeweiligen Stadt gemeldet sind. Für Einwohner mit einem Zweitwohnsitz gehen die Städte also leer aus, obwohl auch sie die örtliche Infrastruktur nutzen und diese instandgehalten werden muss. Diese Steuer wäre also
eine Art Entschädigung. Unser primäres Ziel ist es allerdings, dass mehr Menschen ihren Erstwohnsitz in Papenburg anmelden. Hierfür wollen wir Anreize schaffen. Dies könnte z.B. ein Papenburg-Gutschein sein, der beim Wechsel des Erstwohnsitzes überreicht wird. Die Zweitwohnsitzsteuer möchten wir mit 10% der Jahresmiete veranschlagen. Diese Mehreinnahmen möchten wir in unsere Infrastruktur investieren.